Kaffeemaschine stinkt nach Keller oder Erde – woher kommt der Geruch?

Es gibt Gerüche, die sich nur schwer beschreiben lassen – und dieser gehört dazu. Nicht Schimmel im klassischen Sinne, nicht abgestandenes Wasser, nicht Kaffeerückstände. Eher etwas Erdiges, Dumpfes. Manche beschreiben es als Kellergeruch, andere sagen, es riecht wie feuchte Erde oder wie ein altes Haus nach dem Regen.

Was alle meinen, ist das Gleiche: etwas Moderiges, das nichts mit dem Kaffee selbst zu tun haben sollte – und trotzdem aus der Maschine kommt.

Was diesen Geruch erzeugt

Der erdige, kellerartige Geruch hat in fast allen Fällen eine biologische Ursache. Es handelt sich nicht um einen technischen Defekt oder Materialausgasungen, sondern um organisches Wachstum – meistens in Form von Biofilm oder bestimmten Schimmel- und Bakterienarten, die sich im Wassersystem der Maschine angesiedelt haben.

Das Besondere an diesem Geruch: Er entsteht durch spezifische Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen, die unter anderem Geosmin produzieren. Geosmin ist eine organische Verbindung, die für den charakteristischen Geruch von feuchter Erde verantwortlich ist – und die Menschen in extrem geringen Konzentrationen wahrnehmen können. Das erklärt, warum der Geruch so aufdringlich sein kann, obwohl die eigentliche Ursache mikroskopisch klein ist.

Kurz gesagt: Der Keller-Geruch ist fast immer ein Zeichen dafür, dass sich im Inneren der Maschine etwas biologisch entwickelt hat, das da nicht hingehört.

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Wo genau das passiert

Die typischen Stellen sind der Wassertank, die internen Schläuche und alle Bereiche, die regelmäßig mit Wasser in Kontakt kommen, aber nicht vollständig trocknen können.

Besonders gefährdet sind Maschinen, die:

  • längere Zeit nicht benutzt wurden, aber mit Restwasser befüllt blieben
  • in feuchter Umgebung stehen (unter der Spüle, in schlecht belüfteten Küchen)
  • selten vollständig entleert und getrocknet werden
  • Wassertanks haben, die schwer zu reinigen sind oder enge Ecken besitzen

Der Wassertank ist dabei häufig der Ausgangspunkt, aber nicht immer. Biofilm kann sich auch in den Leitungen selbst bilden – unsichtbar, aber geruchsaktiv.

Was sich vom normalen Schimmelgeruch unterscheidet

Viele beschreiben Schimmel in der Kaffeemaschine als muffig oder stickig. Der Kellergeruch ist ähnlich, aber nicht identisch – er ist erdiger, weniger säuerlich. Wer beides schon gerochen hat, erkennt den Unterschied oft intuitiv.

Praktisch relevant ist das deshalb, weil beide Gerüche ähnliche Ursachen und ähnliche Lösungsansätze haben, der erdige Geruch aber manchmal hartnäckiger ist. Schimmel kann man oft durch einmaliges gründliches Reinigen beseitigen. Tief eingesessener Biofilm in den Schläuchen braucht manchmal mehrere Reinigungsdurchläufe.

Was dagegen hilft

Der erste Schritt ist eine vollständige Entleerung der Maschine. Wassertank herausnehmen, restliches Wasser ablassen, alle abnehmbaren Teile separat reinigen. Den Wassertank nicht nur ausspülen, sondern sorgfältig mit einer Reinigungsbürste bearbeiten – besonders an den Rändern und im Boden, wo sich Ablagerungen und Biofilm festsetzen.

Danach mehrere Spülzyklen mit frischem Wasser durchführen, bevor wieder Kaffee gebrüht wird.

Wenn der Geruch nach einer gründlichen Reinigung zurückkommt, ist das ein Hinweis darauf, dass der Biofilm in den Schläuchen sitzt – und nicht nur im Tank. In diesem Fall hilft ein Reinigungsdurchlauf mit einem speziellen Kaffeemaschinen-Reiniger, der auch die internen Leitungen erreicht.

Eine Sache, die oft vergessen wird

Viele Menschen wechseln das Wasser im Tank regelmäßig – und gehen davon aus, dass das ausreicht. Tut es nicht, wenn der Tank selbst nicht sauber ist.

Frisches Wasser in einem Behälter, an dessen Wänden sich bereits ein dünner Biofilm gebildet hat, wird innerhalb von Stunden wieder kontaminiert. Der Geruch bleibt, egal wie oft man das Wasser wechselt. Den Tank wirklich sauber zu kriegen, nicht nur zu spülen, ist deshalb der entscheidende Schritt.

Wer das Problem dauerhaft loswerden will, sollte außerdem angewöhnen, den Tank nach jeder Benutzung zumindest kurz zu leeren und offen stehen zu lassen. Trockenheit ist das Einfachste, was man gegen biologisches Wachstum tun kann.